Zurück

BAMCO Konsortium: acht erfahrene Unternehmen und Forschungslabors entwickeln biobasierte bambusfaserverstärkte Verbundwerkstoffe

Assystem Technologies, Arkema, Cobratex, Specific Polymers, Cirimat, Compositadour, Lisa Aeronautics und Mécano ID haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam neue technische Verbundwerkstoffe aus dem nachwachsenden Rohstoff Bambus-Langfasern zu konzipieren. Diese Innovation mit dem Namen BAMCO (BAmboo long fibre reinforced biobased Matrix COmposites) könnte auf Dauer die Umweltbilanz der Flugzeuge verbessern und durch seine Vorteile auch außerhalb des Luftfahrtsektors Anwendung finden.

Die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks gehört in immer stärkerem Maße zu einem der Hauptanliegen der Industrie. Im Luftfahrtsektor laufen die Forschungsbemühungen insbesondere auf die Konzeption neuer Werkstoffe hinaus. Einige der aktuell verwendeten Polymer-Verbundwerkstoffe, z.B. aus Glasfaser-/Phenolharz-Basis, werden in Kürze unter die europäische Chemikalienverordnung REACH fallen. Deshalb müssen dringend alternative Lösungen gefunden werden, die die gleiche Leistungsfähigkeit aufweisen.

Seit vier Jahren widmen sich Assystem Technologies und das Zentrum für Forschung und Materialwesen CIRIMAT in enger Zusammenarbeit dem Konzept eines bambusfaserverstärkten Biowerkstoffs mit biobasierter thermoplastischer Matrix. Das Konzept hat bereits das Laborstadium verlassen und muss im nächsten Schritt für die industrielle Produktion freigegeben werden.

Dieser Herausforderung stellt sich das Gemeinschaftsprojekt FUI BAMCO mit neuen, aus Bambus-Langfasern gefertigten Biowerkstoffen. Im Vergleich zu den bereits bestehenden Alternativen aus Leinen- oder Hanffasern sind diese Biowerkstoffe völlig neu und können auf Grund ihres Federgewichts (weniger Gewicht = geringerer Treibstoffverbrauch), ihrer Wärmebeständigkeit und ihrer mechanischen Eigenschaften (Festigkeit, Schlag- und Schwingungsabsorption) eine attraktive Alternative zu Glas-Phenolharz-Werkstoffen darstellen. Hinzu kommt, dass der Anbau von Bambus in allen Punkten den ökologischen Auflagen entspricht, denn Bambus ist ein rasch nachwachsender Rohstoff mit geringem Wasser- und Flächenbedarf, der ohne Dünger oder Pestizide auskommt.

Im Luftfahrtsektor können die BAMCO-Verbundwerkstoffe für die Ausstattung der Kabinen und als Bestandteil der Beschichtungen und Verkleidungen des Flugzeugrumpfs bzw. des Bordverpflegungsbereiches verwendet werden. Auch Fertigteile für den Schiffsbau und den Freizeitsport können daraus hergestellt werden.

Das vom Zentrum für Wettbewerbsfähigkeit Aerospace Valley geprüfte und von der Generaldirektion Unternehmen im Rahmen des FUI 24 (Einheitlicher Interministerieller Fonds zur Finanzierung von Projekten der Zusammenarbeit von Forschung und Entwicklung) freigegebene BAMCO-Projekt wird von den französischen Regionen Occitanie Pyrénées-Méditerranée, Normandie und Bpifrance unterstützt. Daran beteiligt sind acht Akteure, Unternehmen und Forschungslabore, die sich zu einem Konsortium zusammengeschlossen haben.

Als Träger des BAMCO-Projekts fungiert Assystem Technologies, anerkannter und zuverlässiger Entwicklungspartner der Industrie für Ingenieursdienstleistungen, innovative Lösungen und digitale Lösungen. Sein Know-how in den Bereichen Werkstoff- und Luftfahrttechnik stellt Assystem Technologies in den Dienst des Prototypbaus. Außerdem hat das Unternehmen die Führung dieses für die Industrie der Zukunft so wichtige Projekt übernommen.

Arkema und Specific Polymers verantwortendie Formulierung der Zusammensetzung und der Ausführung biobasierter Polymere, die die Matrizen der Verbundwerkstoffe bilden.

Cobratex untersucht unterschiedliche Bambusarten, die zum Teil in Frankreich angebaut werden, und bereitet eine Entscheidungsgrundlage vor. Um sämtliche Vorgaben der Verarbeitung der unterschiedlichen Matrizen und Verfahren zu erfüllen, optimiert Cobratex das eigene Verarbeitungsverfahren sowie das eigene innovative Verstärkungsmaterial. Zum Aufgabenbereich des Unternehmens gehört außerdem die maßstäbliche Anpassung der direkt vom CIRIMAT entwickelten technischen Verstärkungsmaterialien und Halbzeuge.

Die Forschungslabors, CIRIMAT und Compositadour widmen sich der Verarbeitung der Biowerkstoffe im Labor bzw. in der Industrie. CIRIMAT leistet seinen Beitrag zum Projekt in Form von Konzeption und Entwicklung der Werkstoffe mit Langfaser-Bambus-Verstärkung und mit thermo- bzw. duroplastischer Matrix im Labor.

Mécano ID führt die Schwingungsversuche zur Festlegung der Dämpfungseigenschaften und die Modellierung des Verhaltens der Biowerkstoffe durch.

Nicht zuletzt beteiligt sich der Flugzeugbauer Lisa Aeronautics an der Umsetzung eines Prototypenteils für seine künftigen Maschinen.

Das BAMCO-Projekt ist jetzt mit dem Beginn der Entwicklungsarbeiten in seine operative Phase eingetreten. Die ersten Teile als Prototyp sind für 2021 vorgesehen.

Pressekontakt

Anna Müller
Director Marketing & Communications
E-Mail: amueller@assystem.com
Tel: +49 89 189600-6918


Assysten Germany - A new path to growth